16. August 2007
Von der gestrigen Chance, unsere Ärsche einmal früher aufs waagerechte Lager zu parken, haben wir leider keine Gebrauch gemacht. Entsprechend gerädert wühlen wir uns aus den Laken. Die Klimaanlage, deren Funktionsweise wir gestern kennen lernten, hatte die Nacht durch geröhrt. Kein guter Schlaf. Als wir wie üblich zum Bus wollen, merken wir, dass er früher als sonst abgefahren ist. Also sind Chris und ich mit dem Taxi zum Campus gefahren. Das kostet 340 Yüen, also 1 Euro 70 pro Nase. Locker. Dort angekommen, ist wie üblich lockeres Rumhängen und Logogestalten angesagt. Nach einem Vormittag Gefrickel taucht Becker auf und lädt den gesamten Kurs großzügig zum Essen ein. Wir gehen über den gesamten Campus und probieren ein Restaurant in einem der südlich der Hauptstraße gelegenen Neubauten aus. Es ist lecker. Gelber Kürbis mit Ei paniert, eingelegte Eier, die schwarz verfärbt sind und deren Schale sich in eine gallertartige, glasig-braune und angeblich essbare Schicht verwandelt hat, und karamellisierte Fleischhappen stehen diesmal unter anderem auf der Speisekarte.
Zurück in der Uni zeigte uns Herr Lin Shu via Beamer ein paar Diplomarbeiten. Eine Menge guter Illustrationen, CIs und Comic-Filme waren dabei. Danach konterten wir und zeigten endlich den Kram von uns, part two. Chris zeigte eine Auswahl seiner Arbeiten, ich fuhr fort mit den Illus und den Arbeiten für Beatfreaks und Tomster. Dann war der Nachmittag auch schon wieder rum.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel ging es erneut zum Shopping. Jojo, unsere fürsorgliche Hotelfachfrau mit den bisher besten Englischkenntnissen brachte uns in die zuvor von Chris und Lana unabhängig voneinander entdeckte, anscheinend angesagte Gegend. Allerdings rechneten wir weder mit Power Shopping part two noch mit dem, was uns erwartete. Plötzlich waren wir in einem Straßenzug, in dem sich ein cooler Laden an den anderen reihte. Für schmales Geld könnte man sich hier mehr als komplett mit neuen Klamotten eindecken. Erste Station war ein abgefreakter Laden, in dem nur Asiatinnen mit Pony-Haarschnitten in den verschiedensten Variationen arbeiteten. Eigentlich stehe ich dieser Modeerscheinung sehr skeptisch gegenüber. In Europa. Mädchen mit Pferden im Gesicht, püäh! Asiatinnen dürfen den Pony aber wegen ihrer geraden Haare definitiv tragen