14. Juni 2007
10.6.: Mein erster Tagesbericht, rückwärts.
Gleich geht es schon wieder in den Flieger nach Shanghai, China.
Haben hier in der Flughafenhalle in Dubai wireless LAN gefunden. In einem Irish Pub (die findet man wirklich überall auf der Welt. Witzig finde ich, das in diesem Fall neben dem Bier gleich die ganze Kneipe mit exportiert wird).
Davor waren wir im Supermarkt und haben Schokolade, Bahlsenkekse für die Chinesen und weißes Nougat gekauft. Mussten allerdings lange auf die Kassiererin warten, die einfach mal verschwand. Vor uns ein indisch aussehendes Mütterchen, die aber flott drauf war, englisch konnte und ungeduldig wurde.
Davor waren wir im Erdgeschoß des Gebäudes, wo es eine schlimme, gräßliche Duty Free Shopping Mall gibt. Faszinierend aber das Menschen-gemisch dort: Inder, Engländer, Skandinavier, Deutsche, Chinesen, Russen, Afghanen, Iraner, Perser, Araber ... und der Hammer ist: Die sehen alle echt so aus, wie man sie sich vorstellt. Die Inder mit Arbeiterkluft, die Asiaten klein und huschig, die Europäer in Bierreichweite, die reichen Scheichs mit ihrer geschmückten, kleinwüchsigen, aber zornig bestimmenden und kommandierenden Mutter. Alles gesehen. Komme mir vor lauter Klischees vor wie in nem Asterix-Comic der Neuzeit: "Die spinnen, die (Volk hier einfügen)."
Davor haben wir lange gebraucht, um den Weg runter zu dieser mall zu finden, weil das obere Geschoß nur die Flure für die Fluggäste zu den Gates und Check-Ins und anderen Warte-Dingsbumsen beherbergt und man auf langen, schmalen Gängen mit verwinkelten Ecken latscht ("äh da werden sie festestellen, dass ... sie äh ... zehn Minuten ... äh ... sie äh locker brauchen um ihr Gate zu finden..."). Dann schafften wir es durch die Passkontrolle in die Haupthalle des rechteckig-langgezogenen Flughafenklotzes und durchmaßen diese auf kilometerlangen Laufbändern laufend. Zu den Seiten auf Sitzreihen und dem Teppichboden darunter lagen die fast ausschließlich indischen Gast- und Schichtarbeiter oder Heimreisenden, mit Decken und ohne auf dem Teppichboden und zwischen den Stühlen poofend oder müde Karten zockend.
Davor war der Flug. Das Flugzeug war reich ausgestattet, es gab ca. hundertfünfzig Filmkanäle die man anwählen konnte wie bei Premiere und bei denen wirklich alles lief, von alten Walt Disney-Filmen bis zu besseren Actionfilmen, die vor Kurzem noch in den Kinos liefen. Solche Billo-Computerspiele gabs auch, die hab ich die meiste Zeit über gezockt, überwiegend so ne Art "4 Gewinnt" mit ein paar netten Spezial-Effekt-Steinen, mit denen man den Gegner, eine Art knuffig animiertes Tamagotchi, in die Kniee zwingen kann. Die Fernbedienung des Monitors war gleichzeitig Joypad.
Das Essen war naja, die Beine konnte ich trotzdem einigermassen still halten ohne dass sie einschliefen oder Thrombose entwickelten.
Geschlafen habe ich keine Sekunde. Zwar habe ich es in letzter Zeit hingekriegt, meine Einschlafprobleme in allem, was sich bewegt, zu vermindern (man wird alt ...!?!), aber die Kiste von Flugzeug war einfach zu laut, zu hell, zu eng