Es ist in den letzten Tagen wieder heiß geworden. Doch von Sonne nicht die Spur. Die Luft ist dick und dunstig. Die hinterm Campus aufragenden Berge verschwinden in hellgraublauer Luftsuppe. Diese stickig-heiße Luft regt die Insekten zum Krachmachen an. Wenn man am kleinen spitzen Hügel auf dem Campus vorbei geht, hört man es aus der Böschung heraus schnarren, rasseln und zirpen, dass sich der Bambus biegt. Die abenteuerlichsten Geräusche purzeln einem da entgegen, Wahnsinn. Da können unsere Grashüpferchen und Grillen enfach einpacken, ihre Oberschenkel würden schlicht schmilzen, entweder aufgrund der Hitze oder spätestens beim Versuch, in der Geräuschkulisse auch einmal mithalten zu wollen.
Dazu dieser geile Vogel, der so ein komisches Geräusch von sich gibt. Erst einen lang gezogenen Flötenton, vergleichbar mit dem "Snoop" aus "Drop it like its Hot", dann macht der Hip-Hop-Vogel einen kurzen Scratch am Ende, ein "Zwitscher"! Hört sich echt geil an. Hab den Urheber aber nie gesehen, vielleicht ist sein Federkleid ja bunt wie Tommy The Clowns Haarpracht.
Während es draussen surrt, surrt's drinnen auch. Da ist die Klimaanlage angeschmissen, die aussieht wie ein Kühlschrank und den Raum, sofern geschlossen, auch zu einem Kühlschrank macht. Geht man dann auf den Flur, wo sich die dicke Luft staut, dann kriegt man sie wie einen Hammerschlag auf die Lungenflügel ab.
Man atmet anders.
Bis auf dass wir heute morgen etwas früher aufgestanden sind, war der Morgen wie immer, inklusive zum Bus hetzen, der dann aber doch noch ne Weile stand und diesmal andere, chinesische Zuspätkommer mitnahm.
In der Uni habe ich beschäftigt ausgesehen, insgeheim aber dieses Tagebuch geschrieben und weiter vervollständigt, so dass es bald online gehen kann. Verspätet, ja, aber dafür perfekt.
Zum Essen sind wir wieder in die Nudelbude gegangen. Ich wie immer, mit Ei und Fleisch und Melone zum Nachtisch. Dann entdeckten wir noch einen großen Supermarkt nebenan. Er ist sehr billig, er liegt ja auch auf dem Studicampus. Da man aber dort, wie wir an der Kasse bemerkten, nicht mit der Geldkarte bezahlen konnten, die Becker uns für die Mensa und Läden aushändigte, legten wir den Großteil der günstigen Kleinode, von denen wir dachten, sie hier für uns völlig kostenlos erstehen zu können, wieder zurück und gingen in den anderen, kleineren Laden auf dem Campus, der etwas näher bei unserer Fakultät liegt und ein sicheres Grundsortiment bietet.
Nachts machten wir noch einen insgesamt zweieinhalb-stündigen Spaziergang. Zuerst holte ich mir im Imbiß an der Ecke erstmal ne Schale Reis